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Drei Fragen an Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik, Neoh
„Die Investoren haben auch in das Team investiert“
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Neoh wurde im Jahr 2016 mit der Idee gegründet, Naschen ohne schlechtes Gewissen möglich zu machen. Heute setzt das Wiener Unternehmen mit einem deutlich breiteren Geschäftsmodell rund 25 Millionen Euro um und beschäftigt 25 Mitarbeiter. An der Spitze stehen die beiden Co-Gründer Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik, die einander schon während des Studiums kennenlernten und später auch gemeinsam beim Mobilfunkunternehmen Magenta arbeiteten. Was die beiden verbindet, ist nicht nur ihre gemeinsame berufliche Vergangenheit, sondern auch die Überzeugung, dass sich mit der richtigen Technologie ein großes Ernährungsproblem lösen lässt.
GEWINN: Neoh ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Was macht den Erfolg des Unternehmens aus?
Manuel Zeller: Ein wesentlicher Punkt ist, dass wir heute Produkte auf den Markt bringen, die geschmacklich wirklich überzeugen. Mit unserer jüngsten Innovation, Crisp n Cream, haben wir eine neue Ära eingeläutet. Die Konsumenten haben das wahrgenommen, und dieser Rückenwind wirkt sich inzwischen auf unser gesamtes Sortiment aus. Unsere neuen Produkte haben den Umsatz zuletzt um rund 60 Prozent gesteigert. Für heuer erwarten wir etwa 25 Millionen Euro. Und das B2B-Geschäft ist noch gar nicht richtig gestartet.
Patrick Kolomaznik: Dazu kommt, dass wir uns über die Jahre sehr viel Know-how aufgebaut haben. Wir haben gelernt, was es braucht, damit ein Produkt nicht nur innovativ ist, sondern auch in der Produktion und im Handel funktioniert. Und wir haben uns als österreichisches Unternehmen eine Marke aufgebaut, mit der sich viele Menschen identifizieren können. Das hilft uns auch beim Wachstum.
GEWINN: Mit Zero+ haben Sie eine Technologie entwickelt, die weit über die eigenen Süßwaren hinaus eingesetzt werden kann. Was ist daran, auch im Vergleich zu anderen Zuckeraustauschstoffen, so besonders?
Zeller: Zero+ ist nicht einfach ein einzelner Zuckerersatzstoff, sondern eine Technologie, die wir laufend weiterentwickeln und an unterschiedliche Anwendungen anpassen. Wir arbeiten mit verschiedenen Rezepturen für Schokolade, Eis oder Getränke. Wir setzen dabei zu über 90 Prozent pflanzliche Ballaststoffe ein und kombinieren diese mit einer Rezeptur, die den Blutzucker kaum beeinflusst. Eine gemeinsame Studie mit der Meduni Wien hat das wissenschaftlich bestätigt.
Kolomaznik: Das Besondere darüber hinaus ist aber, dass es wirklich schmeckt. Uns war es wichtig, nicht nur Zucker zu reduzieren, sondern ein Produkt zu schaffen, das in seiner Anwendung und im Geschmack überzeugt.
GEWINN: In den Jahren seit der Gründung haben Sie Kapital in Höhe von 20 Millionen Euro eingesammelt und mittlerweile nicht mehr die alleinige Kontrolle über Neoh. Wie wirkt sich die breiter aufgestellte Eigentümerstruktur auf Ihre Arbeit und auf die nächsten Wachstumsschritte aus?
Kolomaznik: Das Wachstum und die Entwicklung unserer Technologie haben viel Kapital benötigt. Dadurch hat sich die Eigentümerstruktur verändert. Gleichzeitig ist die Beteiligung sehr breit aufgestellt, es gibt also nicht einen einzelnen großen Investor, Manuel und ich halten zusammen noch 30 Prozent der Firmenanteile. Wichtig ist auch, dass wir uns weiterhin voll im Unternehmen engagieren. Die Investoren haben auch in das Team investiert und wissen, dass schnelle Entscheidungen und unsere operative Verantwortung für den Erfolg entscheidend sind.
Zeller: Im Tagesgeschäft spüren wir wirklich keine Verlangsamung. Entscheidungen fallen weiterhin rasch, und wir haben das Vertrauen, das wir brauchen, um Neoh weiterzuentwickeln. Für uns geht es jetzt darum, die Marke in Österreich und in Deutschland weiter auszubauen und gleichzeitig Zero+ über Partnerschaften mit anderen Lebensmittelherstellern in zusätzliche Märkte und Produktkategorien zu bringen.
Mehr über die Gründer Manuel Zeller und Patrick Kolomaznik und die Erfolgsgeschichte des Wiener Food-Tech-Unternehmens lesen Sie im ausführlichen Porträt in der Oktober-Ausgabe von GEWINN.


