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Strategie: Marketagent
„Die fetten Jahre sind vorbei“
Thomas Schwabl ist Gründer und Geschäftsführer des Onlinemarktforschungsinstituts Marketagent. Nach seinem Wirtschaftsstudium an der WU startete er seine Karriere beim Marktforscher Nielsen, bevor er sich mit seinem eigenen Unternehmen in die Selbstständigkeit wagte. Schwabl, der sich selbst als ehrgeizig und ungeduldig bezeichnet, ist verheiratet, Vater von zwei 21-jährigen Söhnen und Halter eines Zwergdackels. Pro Jahr legt er rund 10.000 Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Zudem interessiert er sich für Kunst und sammelt Bilder und Skulpturen.
GEWINN: Herr Schwabl, Marketagent gilt als Pionier der Onlinemarktforschung. Wie kam es dazu?
Thomas Schwabl: Wir waren im Jahr 2000 die ersten, die Onlinemarktforschung in Österreich wirklich ernsthaft und ausschließlich betrieben haben. Dabei waren die ersten beiden Jahre extrem holprig, weil wir kaum Aufträge bekommen haben. Ich wollte sogar schon hinschmeißen und hatte einen anderen Job in Aussicht. Rückblickend war dieser neue Ansatz aber unser First-Mover-Vorteil. Wir haben einer sehr konservativen Branche damals sozusagen ein bisschen den Staub von der Glatze geblasen.
GEWINN: Warum war die Skepsis damals so groß?
Schwabl: Es hat massive methodische Bedenken gegeben, vor allem bei der Gewährleistung der Repräsentativität. Im Jahr 2000 waren weniger als die Hälfte der Österreicher online. Die Frage lautete immer: Wie entscheidet sich die andere Hälfte? Trotzdem haben wir das Interesse gespürt. Viele Unternehmen haben uns eingeladen, uns einmal vorzustellen. In der Marktforschung muss man einfach sehr geduldig sein, was leider nicht meine Stärke ist. Neue Ansätze werden oft zehn Jahre lang verurteilt, bevor sie akzeptiert werden.
GEWINN: Haben Sie bei all den Anfangshürden nie mit dem Gedanken gespielt, vom reinen Onlinemarktforschungsfokus abzurücken?
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