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Interview
„Die europäischen Börsen sind doppelt unterbewertet“
So düster und wolkenverhangen der Himmel über der Erste-Group-Zentrale in Wien zum Zeitpunkt des Interviews war, so optimistisch zeigte sich Gerold Permoser, Chief Investment und Chief Sustainable Investment Officer bei der Erste Asset Management, in Bezug auf die Aktienmärkte 2026. Es gäbe aus seiner Sicht zwar keinen Grund zur Euphorie und doch zahlreiche Risiken zu beachten, aber grundsätzlich würde vieles für eine Fortsetzung der positiven Entwicklung sprechen.
GEWINN: Die US-Aktienmärkte brachten seit der Finanzkrise im Durchschnitt deutlich höhere Erträge als die europäischen Börsen. Wie hat sich das rückblickend entwickelt?
Permoser: Man muss da seit Einführung des Euro im Jahr 1999 drei verschiedene Phasen unterscheiden. In der ersten Phase, die von der Jahrtausendwende bis zur Eurokrise dauerte, lagen die US-Börsen und die europäischen Märkte eigentlich gleichauf. Aber ab der Eurokrise hat sich dann die Performance sehr unterschiedlich und zugunsten der US-Aktienmärkte entwickelt. Im Jahr 2022 konnte man dann wiederum einen Turnaround beobachten, und seither legten die europäischen Börsen kräftiger zu als jene in den USA. Das Spannende aus meiner Sicht ist daran, dass wir diese lange Phase der US-Outperformance so verinnerlicht haben, dass viele gar nicht glauben können, wie gut wir in Europa seit vier Jahren mit den US-Börsen mithalten.
GEWINN: Warum haben sich die europäischen Börsen von der Eurokrise bis 2022 schwächer entwickelt?
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