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International
„Der Ölmarkt nähert sich dem roten Bereich“
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Auch wenn der Ölpreis zuletzt wieder gestiegen ist und das Tanken finanziell weh tut: Der globale Ölmarkt hat die Irankrise bislang bemerkenswert gut verkraftet. „Der Markt ist resilienter als von vielen Investoren erwartet“, sagt Finanzmarktexpertin Monika Rosen. Im Zuge der Botschafterkonferenz in Wien lieferte Tim Gould, Chefvolkswirt der Internationalen Energieagentur (IEA), eine Erklärung dafür: „Vor der Krise gab es ein großes Überangebot am Markt, und dann haben – bislang – auch alternative Routen zur Straße von Hormus besser funktioniert als erwartet.“ Zudem hätten die USA ihre Ölexporte gesteigert.
Vor allem aber habe China seine Ölimporte massiv reduziert. Das Land verfügt über das größte Rohöllager der Welt und zehrt von seinen Reserven. Parallel dazu treibt es die Diversifikation seiner Energiequellen voran und investiert massiv in erneuerbare Energien. Beides – den Aufbau von Reserven und die Diversifikation des Angebots – sollten sich, so die Experten, auch andere Länder zum Vorbild nehmen. Die Irankrise sei diesbezüglich ein „Weckruf“ gewesen, meint Gould.
Sollte die Krise noch länger anhalten, drohe freilich Ungemach, denn irgendwann sind auch Reserven aufgezehrt: „Wir nähern uns dem roten Bereich, wir brauchen ein Ende der Krise“, sagt der Energieexperte. Die Nordsee-Sorte Brent hat derweil bereits wieder die Marke von 100 Dollar je Barrel überschritten (siehe Chart). Gould betont, dass die Situation bei den Erdölprodukten, also bei Treibstoffen, schlimmer ist als jene am Rohölmarkt. Schließlich bleiben an der Straße von Hormus neben Rohöl auch raffinierte Erdölprodukte aus den Golfstaaten hängen, das Bombardement russischer Raffinerien durch die Ukraine verschlimmert die Situation am Weltmarkt zusätzlich.



