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Badsanierung ohne Abriss
Franchise-Nehmer Martin Stückelschwaiger in seinem Schauraum in Fusch an der Großglocknerstraße
© Franz Neumayr

Franchise-Test: Bazuba

Badsanierung ohne Abriss

Das Franchise-System Bazuba setzt auf alternative Badsanierung möglichst ohne „Herausreißen“.

Von Carina Jahn

26.04.2022

Als gelernter Koch suchte Martin Stückelschwaiger einen familienfreundlicheren Beruf. Durch einen Bekannten stieß er auf das ­Unternehmen Bazuba, das damals noch Remaill-Technik hieß. Davon ­begeistert, eröffnete er im Jahr 2000 seinen eigenen Standort, den er bei sich zu Hause in Salzburg einrichtete. „Ich startete als Ein-Mann-Firma, habe nach einem Jahr meine Frau angestellt, dann einen Mitarbeiter nach dem ­anderen“, erzählt Stückelschwaiger, der auch punkto Standort expandierte. So errichtete er erst einen Zubau auf seinem eigenen Grundstück, später mietete er eine Location an. Vor fünf Jahren zog er an seinen heutigen Standort in Fusch an der Großglocknerstraße.

Das Grundstück hat Stückelschwaiger gekauft und darauf ein 450 Quadratmeter großes Firmen­areal errichtet. Dort befinden sich Empfang, Büroräumlichkeiten, ein Schauraum, in dem vier verschiedene Bäder ausgestellt sind, sowie ein ­großes Lager. „Für ein Badezimmer liefern zirka zehn verschiedene Lieferanten an“, erklärt Stückelschwaiger. „Zehn Tage bevor es losgeht, werden zum Beispiel Duschtassen, Möbel und Verbrauchsmaterial bei uns zusammengestellt und für den Kunden kommissioniert. Da kommt eine Menge Material zusammen.“

150 Bäder im Jahr

Pro Jahr fertigt der Franchise-Nehmer 150 Komplettbäder, hinzu kommen 700 Badewannenbeschichtungen sowie diverse Reparaturarbeiten. Das ­Beschichten einer Badewanne kostet zum Beispiel zwischen 600 und 900 Euro. Den Großteil der Materialien bezieht der Partner über Systemlieferanten, den Rest via Großhandel. Seine Kunden sind in ganz Salzburg zu Hause. Das Verhältnis von Privat- und Gewerbekunden hält sich die Waage.

Stückelschwaiger schupft sein Business mit 13 Mitarbeitern, darunter ein Verkäufer, zwei Office-Kräfte und zehn Handwerker. „In meiner Mannschaft sind fünf Personen für Komplettbäder zuständig, drei für Beschich­tungen und Reparaturen plus zwei Installateure“, so Stückelschwaiger. Gewerbeaufträge wie zum Beispiel von Hotels werden in der ­Regel im Team erledigt, bei Privat­kunden kommen ein bis zwei Arbeiter vor Ort. Dementsprechend hat auch jeder Handwerker seinen eigenen mit Equipment ausgestatteten Bus. Der Verkäufer und Stückelschwaiger ­haben je einen Pkw. Ist doch der ­Franchise-Partner die Hälfte seiner Arbeits­zeit unterwegs, sprich: bei Kunden oder zur Überprüfung auf Baustellen, die restliche Zeit im Büro.

GEWINN-Bewertung

Preis/Leistung: ⚫️⚫️⚫️⚫️⚪️
Ausgereiftheit:  ⚫️⚫️⚫️⚫️⚫️
Marktchancen: ⚫️⚫️⚫️⚫️⚪️

Umweltfreundliche Lösungen

„Die Idee hinter Bazuba ist, dass man die Sachen belässt und wieder in einen schönen, ordentlichen Zustand versetzt“, erklärt Franchise-Geber ­Constantin Zugmayer. „Wenn es die Gegebenheiten erlauben und der Kunde es wünscht, können wir mit unseren alternativen Methoden das Bad ohne Herausreißen renovieren, das hat auch einen ökologischen Aspekt.“ So reicht das Portfolio von Komplett­bad­sanierungen über Badewannen- und fugenlose Wand­beschichtungen bis hin zur Schlagschadenreparatur, aber auch der Tausch Badewanne ­gegen Dusche ist möglich.

Fazit

Das Unternehmen wurde 1987 in Österreich unter dem Namen Remaill-Technik gegründet. 2020 erfolgte der Marken-Relaunch mit Bazuba. Eine Franchise-Option besteht seit 1992. ­Insgesamt gibt es 56 Standorte in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Südtirol und Skandinavien. Hierzulande führt man acht Standorte, sechs davon betreiben Partner. Gesucht werden Vollzeit-Franchise-Nehmer, idealerweise Manager. Partner erhalten eine zweieinhalbmonatige Ausbildung in der Zentrale in Guntramsdorf. Dort lernen sie die auszuübenden Dienstleistungen bis hin zu Marketing, Verkauf und IT. Nichtsdestotrotz arbeiten Franchise-Nehmer in der Regel auf der Baustelle nicht mit, sondern kümmern sich um Vertrieb, Qualitätskontrolle und Rekrutierung von Mitarbeitern. Auch die Angestellten des Partners werden vom Franchise-Geber ausgebildet.

Ein Bazuba-Standort sollte zwischen 200 und 250 Quadratmeter groß sein, inklusive großen Lagers. Auch ein Schauraum muss vorhanden sein, wo alle Dienstleistungen präsentiert werden. Eine Lage an der Peripherie wird empfohlen, etwa um Platz für Lieferfahrzeuge zu haben. Für den Start ins Business muss ein Franchise­-Nehmer mit mindestens 120.000 Euro Anfangsinvestment mit allem Drum und Dran rechnen. In den ersten sechs Monaten steht Neueinsteigern ein Franchise-Etablierer zur Seite.

Fakten Bazuba

Franchise-Geber: Bazuba GmbH, Kammeringstraße 6 b, 2353 Guntramsdorf, +43 2236 304397, anfrage@bazuba.world

Gesucht: Partner in Österreich (vor allem in Linz, Tirol, Burgenland, nörd­lichem und westlichem Niederösterreich), Deutschland und der Schweiz

Einstiegsgebühr: 7.500 Euro

Monatliche Franchise-Gebühr: 8,75 Prozent vom Nettoumsatz

Monatliche Marketing-Gebühr: 2,5 Prozent vom Nettoumsatz

Monatliche IT-Gebühr: 500 Euro im Schnitt (abhängig von der Anzahl der User)

Vertragslaufzeit: 5 Jahre

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