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Konjunktur

Immer auf die Kleinen

Von Hans-Jörg Bruckberger

06.03.2026
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Verlassenes, leeres Geschäftsgebäude
© Dirk Hoffmann - GettyImages.com

Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist weltweit nach wie vor am Steigen, allerdings lässt die Dynamik nach. Beim Kreditversicherer Coface erwartet man 2026 trotz der gesunkenen Leitzinsen einen weltweiten Anstieg der Insolvenzen um 2,8 Prozent – ein im Vergleich zu den Vorjahren moderater Anstieg. Nach Einschätzung der Experten dürfte 2026 eher eine Verschnaufpause als eine echte Trendwende bringen und die Entwicklung an einem seidenen Faden hängen: „Insolvenzzahlen stabilisieren sich nur, wenn die Finanzierungskosten nicht wieder ansteigen“, erklärt Markus Kuger, Chefvolkswirt für die D-A-CH-Region. Bereits eine Erhöhung der Leitzinsen um 25 Basispunkte könnte die Insolvenzdynamik beschleunigen und den globalen Anstieg der Pleiten wieder auf vier bis fünf Prozent treiben – das Niveau von 2025. In Österreich erwartet Kuger heuer mit drei bis vier Prozent mehr Insolvenzen keine wesentliche Verbesserung. Allerdings ist der Forderungsausfall und damit der wirtschaftliche Schaden wie schon 2025 geringer, weil es eher kleinere Unternehmen treffen wird. „Der Signa-Faktor fällt weg“, erklärt Kuger in Anspielung an die Megainsolvenzen aus dem Firmengeflecht von René Benko. Auf der anderen Seite nehme freilich auch die Zahl der Neugründungen weiterhin zu, gibt Kuger zu bedenken. Für die Weltwirtschaft ist man bei Coface verhalten optimistisch: Das globale BIP-Wachstum sollte heuer immerhin bei 2,6 Prozent liegen, nach je 2,8 Prozent in den beiden Jahren zuvor. Hilfreich sei ein Rückgang der Energiepreise. Die Schutzzölle der US-Regierung hätte die Weltwirtschaft derweil bislang gut weggesteckt.

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