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Ein Leben für die Wurst
Thomas Schmiedbauer ist Unternehmer aus Überzeugung. Die Prämisse „Umsatz ja, aber nicht um jeden Preis“ lebt er konsequent.
© 2025 Matt Observe

Porträt: Thomas Schmiedbauer, Wiesbauer

Ein Leben für die Wurst

Thomas Schmiedbauer führt den Wiener Wurstspezialisten Wiesbauer mit 237 Millionen Euro Umsatz und 920 Mitarbeitern bereits in dritter Generation. Warum sein Vater bis heute prägend ist und wie es ihm gelingt, die herausfordernden Rahmenbedingungen der Fleisch-Branche erfolgreich zu meistern.

Von Michaela Schellner

02.12.2025
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Wenn am Abend auf dem Heimweg von der Arbeit im Haus seines Vaters noch Licht brannte, war für Thomas Schmiedbauer klar: Er fährt noch einmal rüber. Und obwohl er selbst nur 150 Meter entfernt wohnt, wusste er da schon, dass es „spät werden“ wird. Bei nur einem Glas Wein blieb es meistens nicht, wenn Vater und Sohn intensive Gespräche über Gott und die Welt und natürlich über die Firma führten. „Manchmal hab ich mir gedacht: ‚Fahr nicht hin, du kommst dann erst um drei in der Früh heim, und morgen musst du wieder früh aufstehen.‘ Aber ich bin trotzdem gefahren. Heute bin ich froh darüber“, erzählt Schmiedbauer.

Der 50-Jährige ist seit 2008 Geschäftsführer des Wiener Wurstproduzenten Wiesbauer, jenes Traditionsbetriebs, den sein Vater Karl bis zu seinem Tod 2023 über viereinhalb Jahrzehnte geprägt hat. Wie erfolgreich, belegen die aktuellen Zahlen: 2024 hat das Unternehmen mit 920 Mitarbeitern 237 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet und 26.500 Tonnen Fleisch- und Wurstspezialitäten verkauft. Heuer peilt Schmiedbauer rund 260 Millionen Euro Umsatz an. Damit zählt der Betrieb zu den bedeutendsten fleischverarbeitenden Firmen in Österreich.

Vater prägte Unternehmen

„So wie Wiesbauer heute dasteht, das ist ganz klar das Werk meines Vaters“, erzählt Schmiedbauer stolz. Karl Schmiedbauer trat 1974 als kaufmännischer Leiter in das damals wirtschaftlich angeschlagene Unternehmen ein und begann, es mit gesundem Hausverstand, Qualitätsbewusstsein und sozialer Haltung behutsam neu zu ordnen. Er etablierte klare Abläufe, führte erstmals Statistiken und strukturierte Preisgestaltung ein und modernisierte die Produktion zum Beispiel mit automatischen Türen, einem Fleischzerlegeband und optimierten Materialflüssen. Trotz anfänglicher Skepsis der damaligen Eigentümerin Maria Wiesbauer, der Witwe des Firmengründers Franz Wiesbauer, setzte er seinen Weg konsequent fort. Und er überzeugte, denn 1988 wurde er schließlich zum Geschäftsführer bestellt. Ein wesentlicher Meilenstein unter seiner Führung war der Neubau des Betriebs auf der Laxenburger Straße im Jahr 1995, der Wiesbauer zu einem hochmodernen, effizienten Standort machte, an dem bis heute produziert wird. Schmiedbauer legte zudem die Basis für den erfolgreichen Markteintritt in Deutschland, indem er auf hochwertige österreichische Spezialitäten statt auf Preiskampf setzte.

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