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Einfach besser anlegen mit Martin Mayer
Die Wirtschaft braucht immer weniger Öl
Auch wenn der Ölpreis kurz vor Redaktionsschluss wieder unter die 100-Dollar-Marke gefallen ist, sitzt der durch den Irankrieg ausgelöste Ölpreisschock noch bei vielen tief in den Knochen – vor allem bei Menschen, die auf ihr Verbrennerauto angewiesen sind und wohl länger mit erhöhten Spritpreisen leben müssen. Auch die Prognosen für das Wirtschaftswachstum im heurigen Jahr wurden infolge des Ölpreisanstiegs bereits nach unten revidiert. Das liegt aber in erster Linie daran, dass das Konsumentenvertrauen und damit die Nachfrage durch den Konflikt und die Erwartung einer steigenden Inflation gestört wurden.
Die Wirtschaft selbst braucht nämlich immer weniger Öl, wie ein langfristiger Vergleich von Pascal Kielkopf, Kapitalmarktstratege bei HQ Trust, zeigt. Demnach ist die Ölintensität, also der Verbrauch von Öl in Relation zur Wirtschaftsleistung, von 1970 bis heute auf weniger als die Hälfte gesunken: „Technologischer Fortschritt, der Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft und erneuerbare Energien haben den Ölbedarf je Wertschöpfungseinheit drastisch reduziert. Ein Schock in der Größenordnung von 1973 würde die Weltwirtschaft heute weniger hart treffen, weil schlicht weniger Öl gebraucht wird, um dieselbe Wirtschaftsleistung zu erzeugen.“ Das ist womöglich ein Grund, warum sich die Börsen aus rasch vom Irankrieg ausgelösten Einbruch erholt haben. Und die Geschichte hat bisher gezeigt, dass auf jeden Ölpreisschock ein starker Rückgang beim Ölpreis folgte.


