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KI-Infrastruktur-Aktien
Die nächste Runde im KI-Hype
Was für eine Entwicklung: Vor einem Jahr war eine Aktie von Sandisk, bekannt für seine SSD-Festplatten und Speicherkarten, noch etwa 40 US-Dollar wert, heute steht der Kurs bei rund 1.590 Dollar – ein Plus von 3.875 Prozent! Andere große Speicherchiphersteller wie Micron Technology oder SK Hynix haben auf Sicht von einem Jahr mehrere Hundert Prozent an Wertsteigerung erfahren. Und selbst Konzerne wie Western Digital und Seagate, die einen Fokus auf die Herstellung von Festplatten legen, liegen auf Sicht von drei Jahren jeweils mehr als 1.000 Prozent im Plus. Das ist bemerkenswert für eine Branche, deren Produkte und Aktien im Zeitalter von Cloudcomputing und drahtloser Datenübertragung vor Kurzem noch als mäßig attraktiv galten.
Hinter dem plötzlichen Run auf diese Aktien steckt – wie könnte es anders sein – der Hype um künstliche Intelligenz (KI). In einer ersten Phase wurden an der Börse die großen Entwickler von KI-Assistenten gefeiert sowie die Hersteller bzw. Entwickler der dafür notwendigen Chips (allen voran Nvidia). Jetzt hat der nächste Turbo gezündet, und zwar im Bereich der Infrastruktur.
Billionen-Dollar-Investments
„Aus unserer Sicht muss man bei der aktuellen Euphorie im Bereich der künstlichen Intelligenz die sogenannten Enabler von den Adopters unterscheiden, also jene Unternehmen, die die Infrastruktur und die KI-Modelle herstellen, von jenen, die sie dann anwenden“, meint Jürgen Lukasser, Deputy CIO bei LGT Investment Services Europe. Aus seiner Sicht sollte man im Moment den Fokus auf die Infrastruktur richten und erst in späterer Folge überlegen, wo die KI dann wirklich angewendet wird. Laut einer Studie von McKinsey wird die rapide steigende Nachfrage nach Rechenleistung weltweit Infrastrukturinvestitionen von bis zu sieben Billionen Dollar nötig machen. Der größte Teil davon, nämlich 5,2 Billionen Dollar, fließt in Rechenzentren, die speziell für KI-Anwendungen ausgelegt sind. Allein die fünf Tech-Giganten und sogenannten Hyperscaler Amazon, Alphabet, Meta, Microsoft und Oracle wollen 2026 in Summe mehr als 660 Milliarden Dollar in Rechenzentren investieren, 2027 sollen es sogar an die 800 Milliarden sein – mehr als dreimal so viel wie noch 2024.
„In Summe sollen laut einer aktuellen Studie der US-Beratungsfirma Gartner die weltweiten Ausgaben für KI im Jahr 2026 voraussichtlich 2.700 Milliarden US-Dollar erreichen“, schildert Lukasser die gewaltigen Dimensionen der KI-Investments, die auch außerhalb der USA, insbesondere in Asien, stattfinden.
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