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„Budget wird ruiniert, wenn man nach der Krise die Abzweigung verpasst“
„Eine Extrasteuer auf eine fette Villa? Ich verstehe diesen Vorstoß nicht. Das ist eine Scheindebatte. Das wird kein Budget ­sanieren und nicht die Inflation senken.“: Magnus Brunner, Finanzminister
© Ernst Kainerstorfer

Interview mit Finanzminister Magnus Brunner

„Budget wird ruiniert, wenn man nach der Krise die Abzweigung verpasst“

So stürmisch die politischen Zeiten auch sind, Finanzminister Magnus Brunner zeigt sich auch beim Interview mit GEWINN-Herausgeber Georg Wailand überlegt und klar in der Aussage.

Von Georg Wailand

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30.05.2023
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GEWINN: Vizekanzler Kogler fordert eine Extrasteuer für alle, die Millionen oder eine „fette Villa“ erben. Ist das für Sie nachvollziehbar?

Brunner: Ich verstehe diesen Vorstoß nicht. Da handelt es sich um eine Scheindebatte: Weder wird ein Budget dadurch saniert noch die Inflation wirksam bekämpft. Egal, ob es um Erbschaften, Schenkungen, Vermögen oder Millionärssteuern geht: Wenn so eine Steuer verfügt wird, müsste sie auf den Mittelstand zielen, um finanziell etwas zu bringen. Alles andere wäre mit einem extrem hohen administrativen Aufwand verbunden, der sich nicht rechnet. Gerade Österreich ist ein Land, in dem die Klein- und Mittelbetriebe eine wichtige Rolle spielen. Soll man das Betriebsvermögen besteuern? Sollen die Selbstständigen einen Kredit aufnehmen müssen, um das bezahlen zu können? Das würde Arbeitsplätze gefährden und die Leistungsträger bestrafen. Ehrlich gesagt: Ich werte das als Privatmeinung des Vizekanzlers und nicht als ­politisch akkordierte Aussage.

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