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„Bei Pensionsvorsorge müssen wir private Gelder mobilisieren“
„Ich habe auch unpopuläre Maßnahmen durchgezogen, aber bei der nächsten Wahl habe ich trotzdem um 15 Prozent mehr Stimmen bekommen.“: Wolfgang Schüssel, Ex-Kanzler
© von eiland

Interview mit Wolfgang Schüssel

„Bei Pensionsvorsorge müssen wir private Gelder mobilisieren“

Als Bundeskanzler war er in allen politischen Zentren ein respektierter Mann, heute sitzt er fröhlich und vielbeschäftigt in einem Zimmer der Hofreitschule. Nein, mit über 80 Jahren will Wolfgang Schüssel nichts mehr werden, aber Gedanken zu aktuellen Fragen macht er sich allemal. Diese verriet er GEWINN-Herausgeber Georg Wailand.

Von Georg Wailand

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01.07.2026
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Statt wie andere zu jammern, hält er es mehr mit Mut und Vision. Europa ist abgesackt? Die Jugend ohne Chance? Alles zu teuer bei uns, die Rezession schier unaufhaltsam? Solche Worte wird man bei Wolfgang Schüssel vergeblich suchen. Er zeigt sich optimistisch, was die Zukunft anlangt.

GEWINN: Ein Dauerbrenner ist die Forderung nach einer Pensionsreform. Alle Berechnungen zeigen, dass wir da an die Wand fahren, aber nichts geschieht oder bestenfalls kleine Reförmchen.

Schüssel: Mein Freund Christoph Badelt, der Chef des Fiskalrates, hat dazu ja alles schon auf den Tisch gelegt. Mein Appell geht in die Richtung, kapitalgedeckte Varianten für das Ansparen zu entwickeln. Ich wollte schon vor 25 Jahren eine kapitalgedeckte zweite Säule machen. Es ist doch absurd: Auf den Sparbüchern liegen Hunderte Milliarden schlecht verzinst, da wäre es doch vernünftig, dieses Geld für eine kapitalmarktadäquate Zusatzpension zu mobilisieren. Andere Länder machen das mit nachhaltigem Erfolg, am Anfang dauert es, bis sich so ein System entwickelt, aber es ist sowohl für die Bevölkerung wie auch für die Wirtschaft von Vorteil. Bei uns fließt schon fast ein Drittel der Staatseinnahmen in die Pensionen, eine private Tangente wäre da genau der richtige Ansatz.

GEWINN: Manche Politiker kritisieren bei uns die Pensionshöhe …

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