Wie geht es dem Partizipationskapital der Erste Bank?

- Bei der Erste Bank durften 2009 auch Kleinanleger ins Partizipationskapital investieren. Nach den jüngsten Verlustmeldungen ist die Verzinsung ihrer Partizipationsscheine für 2011 allerdings ungewiss
Die Erste Bank wird heuer rote Zahlen schreiben. Neben den Aktionären sollte das auch institutionelle Anleger sowie jene kleineren Sparer aufhorchen lassen, die im Frühjahr 2009 Erste Bank Partizipationskapital gezeichnet haben – insgesamt in Höhe von 540 Millionen Euro.
Mit „acht Prozent Ertrag und mehr“ wurde dafür geworben, und tatsächlich haben sie in den letzten beiden Jahren diese acht Prozent ausbezahlt bekommen. Für 2011 sollte es eigentlich damit vorbei sein, denn in einem Verlustjahr ist die Erste Bank laut Bedingungen zu keiner Auszahlung verpflichtet. Erste-Bank-Pressesprecher Michael Mauritz sieht das Ganze freilich positiver: „Auch für 2011 soll das Partizipationskapital bedient werden. Dies ist zumindest
der Vorschlag des Vorstandes an die Hauptversammlung, die letztendlich darüber abzustimmen hat.“
Ob aber Letztere im kommenden Frühjahr dem Vorschlag tatsächlich zustimmen wird, bleibt abzuwarten, Stimmrecht haben dort jedenfalls nur die Aktionäre.
Nächste Unsicherheit: Die Partizipationsscheine haben eine unbegrenzte Laufzeit. Bei Ausgabe versicherte die Erste Bank stets, dass man eine Rückführung zu 100 Prozent am 1. 5. 2014 beabsichtige. Dass das aber eine bloße Absichtserklärung ohne rechtliche Verbindlichkeit ist, haben möglicherweise nicht alle Partizipationsscheininhaber verstanden.
Kann man an diesen Plänen nun noch festhalten? Ja, erklärt Erste-Bank-Sprecher Mauritz, daran habe sich nichts geändert.
Ein weiterer Punkt ist für Partizipationsscheininhaber beruhigend zu wissen: „Ja, wir stellen einen Sekundärmarkt zur Verfügung und kaufen Partizipationskapital jederzeit zurück“, versichert Mauritz. Denn laut Bedingungen haben die Inhaber kein Recht, einen vorzeitigen Ausstieg zu verlangen. Die Erste Bank ist zwar berechtigt, aber nicht verpflichtet, Kurse zu berechnen und Scheine zurückzukaufen. Und an der Börse werden diese Papiere ausdrücklich nicht gehandelt. Dennoch sei der Rücklauf aber eher vernachlässigbar, „angesichts der Verzinsung kein Wunder“, so Mauritz. Bleibt zu hoffen, dass es auch weiterhin eine Verzinsung gibt.







