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Mit dem Handy Internet-TV aus aller Welt empfangen


So wirklich durchgesetzt hat sich das Fernsehen via Handy in Europa bisher ja nicht, was die Softwareentwickler dennoch nicht daran hindert, immer wieder neue Applikationen auf den Markt zu bringen, die dem mobilen Mediengenuss zu seinem lang ersehnten Durchbruch verhelfen sollen. Das jüngste Produkt dieses Genres stammt von SPB Software House und verwandelt ein unter Windows Mobile laufendes Smartphone in einen tragbaren Fernseher.
Von: Uwe Fischer
Die Bildqualität ist hervorragend, und auch die Zusatzfeatures wie etwa die automatische Erinnerung an bestimmte Fernsehsendungen über den Outlook-Kalender und die Bild-in-Bild-Funktion können durchaus überzeugen. Die einzige wirkliche Schwachstelle ist das Programmangebot – in der Senderliste befindet sich kein einziger österreichischer Sender, und auch aus Deutschland empfängt man derzeit nur n-tv und die Deutsche Welle. Dafür gibt es aber die britischen Sky-News, Bloomberg und France24, um nur ein paar Beispiele aus dem internationalen Programmangebot zu nennen.
Während die normalen Mini-Fernseher das Programm über DVB-T, also das terrestrisch-digitale Fernsehen, empfangen und somit auf das heimische TV-Angebot zugreifen, und die mobilen Fernsehangebote der Handy-Provider ihren Kunden eigens aufbereiteten, lokalen Content zur Verfügung stellen, ist SpbTV eine reine Streaming-Lösung für IP-TV, das heißt, die Software empfängt ausschließlich Fernsehsendungen, die über das Internet ausgestrahlt werden. Da die Programme über den Server von SPB zu den Endgeräten weitergeleitet werden, ist der Anwender auf die Senderliste des Herstellers angewiesen, die momentan rund 70 Kanäle aus 17 Ländern enthält. „Es werden natürlich in Zukunft noch viele weitere Programme dazu kommen,“ verspricht Victoria Krasilshikova, die Pressesprecherin des im russischen St. Petersburg ansässigen Softwarehauses.
Um in die Senderliste aufgenommen zu werden, müssen die Programmanbieter allerdings selbst aktiv werden. Unter www.spbsoftwarehouse.com/pocketpc-software/tv/suggest-channel.html können Betreiber eines IP-TV-Dienstes ihre Daten an SPB übermitteln, und die beliebtesten Sender werden dann in das Programmangebot von SpbTV übernommen.
Um das mobile IP-Fernsehen empfangen zu können, ist eine relativ starke Internet-Verbindung vonnöten. Auf welche Weise diese aufgebaut wird, ist der Software selbst egal, HSDPA wird ebenso unterstützt wie UMTS oder eine Netzanbindung über einen WLAN-Hotspot. Da die Online-Gebühren über das Handynetz noch immer relativ hoch sind, und auch die Download-Limits bei den so genannten Flat-Rates bei exzessivem Videokonsum rasch erreicht sind, ist die Nutzung eines Gratis-Hotspots wie beispielsweise Freewave die mit Abstand rentabelste Lösung. Wenn ich im Kaffeehaus sitze und wieder einmal auf einen verspäteten Interview-Partner warte, kann ich – natürlich per Kopfhörer – die Wartezeit mit den aktuellsten Nachrichten aus aller Welt überbrücken.
SpbTV kann kostenlos aus dem Internet heruntergeladen werden, bietet dann aber nur Zugang zu einerbegrenzten Anzahl von Programmen, vorwiegend russischen Herkunft. Wer das komplette Angebot nutzen will, muss die Software online registrieren, was die Kreditkarte einmalig mit knapp 15 US-Dollar belastet.
Der Empfang der Internet-Fernsehsender selbst ist übrigens kostenlos – wer auf seinem PC in die große, weite Welt des IP-TVs hineinschnuppern will, kann beispielsweise über das Portal www.see.tv seinen Internet-Browser als Empfänger für die exotischsten Sender von „Megavision Bolivia“ bis zum „Südburgenland TV“ benutzen.
Links:
www.spbsoftwarehouse.com
www.see.tv

Artikel vom: 24.04.09







