Dr. Wailands Börsen-Tipps

Erfahren Sie die neuesten Aktienempfehlungen und Markteinschätzungen von GEWINN-Herausgeber Prof. Dr. Georg Wailand!
WIE SICH DIE MÄRKTE ENTWICKELN
Die Wahlen in Frankreich und Griechenland haben in Europa für zusätzliche Verunsicherung gesorgt. Nach dem ersten Schock freilich haben sich die Märkte rasch beruhigt (nur in Griechenland setzte es einen achtprozentigen „Absturz“). Gut läuft die Wirtschaft hingegen in Asien und auch in den USA, die Inflation und die Zinsen bleiben niedrig, Faktoren wie etwa die Präsidentenwahl in den USA befeuern den Aufschwung.
Für Irritationen sorgt in Europa der Umstand, dass nach den gigantischen „Geldspritzen“ der EZB die Banken die Wirtschaft nicht mit billigen Krediten überfluten, sondern dass sie diese Mittel „parken“, um in jedem Fall liquide zu bleiben. So viel Ängstlichkeit scheint übertrieben zu sein, wer keine Darlehen mehr vergibt, hat auch eine wesentliche Bankenfunktion eingebüßt.
Für Frankreich rechnen die Fachleute damit, dass nach den linken Ansagen des neuen Präsidenten Hollande die „normative Kraft des Faktischen“ ihn auf den Boden der Realität holen wird und er sogar mit der auf hartem Sparkurs segelnden deutschen Kanzlerin Merkel mittelfristig eine gemeinsame Linie finden könnte (wie sie seinerzeit Kohl und Mitterrand geschafft haben).
Schwieriger ist die Lage in Griechenland, ohne handlungsfähige Regierung gibt es kein frisches Geld von der „Troika“. Da wird das Dilemma zwischen Wahlversprechen („wir lassen uns von der EU nicht unter Druck setzen“) und den Notwendigkeiten (ohne Ordnung im Staatshaushalt auch kein Verbleib in der Euro-Zone) deutlich.
WO SIE DERZEIT RISKIEREN KÖNNEN
Sie suchen den speziellen Tipp? In der Schweiz legt Lifewatch einen tollen Höhenflug hin: Im September 2011 noch bei 2,03 Franken – bei Redaktionsschluss fast bei neun Franken! Sie ist auf die elektronische Patientenüberwachung spezialisiert und hat zuletzt viele lukrative Verträge abschließen können. Oder Sie werfen einen Blick auf Minebea (Kfz-Zulieferer, der in Frankfurt notiert): Der Kurs kletterte von 2,26 Euro (September 2011) auf fast vier Euro. Attraktiv auch GEWINN-Tipp Jenoptik: Diese Aktie verbesserte sich seit September 2011 von 4,33 auf rund sechs Euro. Hot, hot, hot bleibt die Spekulation bei der Baumarktkette Praktiker: Sie war im Mai 2011 an der Börse noch 7,61 Euro wert, jetzt krebst sie bei 1,50 Euro herum. Überlebt sie, kann sich der Kurs vervielfachen, aber ein Flopp ist nicht auszuschließen.
In Österreich gibt es tolle Aktien wie Andritz, Post oder Vienna Insurance Group – neu könnten Spieler jetzt Warimpex entdecken: Durch Verkauf des Hotels Intercont in Warschau hat sich die Verschuldungslage entspannt, Warimpex ist im Augenblick unter einem Euro zu haben!
Dividendenjäger sind in Russland bei Surgutneftegaz aufgesprungen, dort locken 12,5 Prozent Rendite – aber aufpassen, Ausschüttungstermin noch erwischen! Wer lieber von der guten Wahlkonjunktur in den USA profitiert: IBM ist gut unterwegs – seit August 2011 (IBM wurde bei 157,5 Dollar gehandelt, ist der Kurs auf 204 Dollar gestiegen. Ein goldener Griff bleibt GEWINN-Empfehlung Philip Morris International – seit September 2011 stieg die Aktie von 61,76 Dollar auf 90 Dollar.
WAS SIE DERZEIT MEIDEN SOLLTEN
facebook an die Börse – das elektrisiert weltweit die Anleger. Nun ja, eines steht fest: Das beste Geschäft dabei werden die facebook-Gründer und bisherigen Aktionäre machen. Zwölf Milliarden Dollar bei einem Börsengang kassieren, das ist schon was. Ob man bei dem Hype mitmachen soll? Österreichische Anleger werden es vermutlich schwer haben, gleich beim Start etwas zugeteilt zu bekommen. Dann könnte wegen der enormen Nachfrage der Kurs schon noch weiter marschieren – längerfristig allerdings ist das Eis extrem dünn. Fast alle Bewertungsfaktoren zeigen, dass facebook sauteuer bewertet ist (das Kurs-Umsatz-Verhältnis bei Google beträgt fünf, bei facebook 20!). Und dass nicht jeder Hype bei einem Börsengang zu einem Kurshöhenflug führt, wissen etwa die Groupon- oder die Pandora-Neo-Aktionäre, die seit 2011 einen Verlust von 50 Prozent erlitten. Bei
facebook wird die Begeisterung schon eine Zeit anhalten, aber die entscheidende Frage ist, wie viel zusätzliche Phantasie da noch „drin“ ist? Social Networks haben erstens Konkurrenten und zweitens zunehmend auch rechtliche Probleme. Konzerne wie IBM oder Microsoft hingegen haben bewiesen, dass sie mit unterschiedlichen Situationen gut umgehen können – bei facebook hingegen ist alles auf den 28-jährigen Mark Zuckerberg fokussiert – was ein Extrarisiko darstellt.
Darum: Wer zu Beginn Aktien zugeteilt erhält, ist vermutlich gut beraten, rasch erzielte Gewinne schnell „in die Scheune“ zu fahren, das Risiko eines späteren Kursrückschlags hängt wie eine dunkle Gewitterwolke über diesem Thema!
Artikel vom: 14.05.12
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