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"Sanft" am Agrarboom mitnaschen
Direkt in Agrarrohstoffe zu investieren und an steigenden Nahrungsmittelpreisen zu partizipieren ist nicht jedermanns Sache. Die etwas nachhaltigere Alternative wären Investments in Aktien von Farmen, Saatgutanbietern und Nahrungsmittelproduzenten, die vor allem von der Ausdehnung des Angebots profitieren.
Von: Michael Kordovsky
Je mehr Spekulationsgelder in Agrarfutures gehen, desto stärker steigen die Preise für Weizen, Mais, Soja und Reis und die Preise für Grundnahrungsmittel verteuern sich in einem derart starken Ausmaß, dass in zahlreichen Schwellenländern der soziale Friede gefährdet ist. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) fordert daher in einer aktuellen Studie eine Regulierung der Märkte für Agrarterminkontrakte. Bedenklich ist vor allem, dass laut FAO 98 Prozent aller Futureskontrakte reine Spekulationsobjekte sind, die die realen Agrarpreise beeinflussen. Ethisch korrekter scheint hier, vom Agrarboom über die Gewinnentwicklung von Farmen und Nahrungsmittelproduzenten zu profitieren. So wie die Aktien von Goldminen mit einer Hebelwirkung auf steigende Goldpreise reagieren, sollten Aktien von Farmen ebenfalls auf die steigenden Agrarpreise reagieren. In der Wertschöpfungskette das nächste Glied wären dann die Nahrungsmittelproduzenten. Da weltweit die Anbauflächen begrenzt sind, ist davon auszugehen, dass zwecks Ertragssteigerung weltweit mehr Geld für Düngemittel, Saatgut und für ergiebigere Getreidesorten ausgegeben wird. An dieser Entwicklung kann durch den Kauf einschlägiger Einzeltitel, aber auch breit gestreut über Spezialfonds partizipiert werden.
 
Es gibt nur sehr wenige Agrarfonds bzw. Nahrungsmittelaktienfonds, die den Agrarsektor berücksichtigen. Die erhältlichen Spezialfonds decken häufig die gesamte Wertschöpfungskette vom Anbau, der Weiterverarbeitung und Vermarktung als fertige Markenartikel ab:
 
DWS Invest Global Agribusiness A2:
 
Er bildet perfekt die gesamte Wertschöpfungskette im Nahrungsmittelbereich ab, diversifiziert zusätzlich mit verwandten Bereichen wie Landmaschinen, Gastronomie und Biowissenschaften. Per 31. 1. 2011 lag die Drei-Jahres-Performance bei 3,5 Prozent verglichen mit 18,44 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten. Dafür haben sich die Schwankungsbreiten des Fonds deutlich erhöht.
 
BGF World Agriculture Fonds:
 
Der BGF ist weltweit investiert und nicht an Subsektoren, Währungen, Länder oder Marktkapitalisierung gebunden. Für den Fonds interessante Unternehmen arbeiten in den Bereichen Agrarchemie, Landwirtschaftsmaschinen und Agrarinfrastruktur. Auch interessant sind landwirtschaftliche Rohstoffe und Nahrungsmittel, Biokraftstoffe, Pflanzenbauwissenschaft sowie landwirtschaftlich genutztes Land und Forstwirtschaft.
 
OP Food:
 
Der Fonds investiert in global führende Nahrungs- und Genussmittelhersteller wie Nestlé, Coca-Cola, Group Danone, Kraft Foods, Pepsi, Unilever und Altria. 41,5 Prozent des Volumens fallen auf Fleisch und abgepackte Lebensmittel, 14,8 Prozent auf Erfrischungsgetränke, 12,6 Prozent auf den Tabakbereich, 9,2 Prozent auf Brauereien, 6,7 Prozent Brennereien/Winzereien und 5,3 Prozent auf landwirtschaftliche Produkte. Er bietet auch eine breite Währungsdiversifikation: 46,5 Prozent fallen auf US-Dollar und 10,7 Prozent auf Schweizer Franken. Die Performance seit Erstausgabe am 27. 1. 1995 liegt bis Ende 2010 bei 8,04 Prozent pro Jahr.
 
PF Agriculture P Dis USD:
 
Der Fonds investiert zu 38,5 Prozent in landwirtschaftliche Produktionsmittel, zu 33,9 Prozent in Lieferungen entlang der Lieferkette und zu 25,6 Prozent in die Landwirtschaft. Mit je etwas mehr als vier Prozent am stärksten gewichtet sind die Aktien der Düngemittelhersteller CF Industries Holdings und Potash, gefolgt vom Landmaschinenhersteller Deere und den Agrarchemieunternehmen Mosaic und Agrium. Seit der Auflage am 28. Mai 2009 liegt die Gesamtperformance bis Ende Dezember 2010 bei 47,9 Prozent, das ist ein Mehrwert von 9,8 Prozent gegenüber seiner Benchmark. Per 27. Jänner 2010 lag die Zwölf-Monats-Performance bei 21,1 Prozent.
 
DJE Agrar & Ernährung P
 
Investiert wird in Agrar- und Ernährungsaktien entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Mit fünf bzw. 4,6 Prozent am stärksten gewichtet sind der Landmaschinenhersteller AGCO und die norwegische Fischzucht Cermaq. Ebenfalls übergewichtet wurden die weltweit größte Lachsfarm, die norwegische Marine Harvest, und der niederländische Nahrungsmittelhersteller Nutreco. Per Ende Jänner 2011 lag die Performance der vergangenen zwölf Monate bei 24,44 Prozent, während 2009 und 2010 jeweils 24,49 bzw. 26,16 Prozent erzielt wurden.
 
Artikel vom:  15.03.11
 
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