Duell: Heineken gegen Anheuser-Busch
Der globale Bierkonsum sollte weiter in einer Bandbreite zwischen zwei und drei Prozent p. a. wachsen. Das Bierduell Heineken gegen Budweiser zeigt zwei wetterfeste Brauereikonzerne im Fundamentalcheck.
Von: Michael Kordovsky
Heineken ist mit einem globalen Marktanteil von 20,7 Prozent als die führende Premium-Biermarke in über 170 Ländern präsent und erfreut sich dabei eines überdurchschnittlichen Volumenszuwachses von 5,7 Prozent p. a. im Zeitraum von 2005 bis 2009. Der Bierabsatz stieg von 2006 bis 2010 um 10,2 Prozent p. a. auf 145,9 Millionen Hektoliter!
Der Brauer wächst sowohl organisch als auch durch Zukäufe, wie etwa FEMSA Cerveza, die größte Brauerei Mexikos, im Jänner 2010. Heineken wurde somit schlagartig die Nummer zwei in Lateinamerika. Dafür erhielt FEMSA Cerveza 20 Prozent Anteile an Heineken. Dadurch wuchs der Emerging-Markets-Anteil am abgesetzten Biervolumen gegenüber 2009 von 55 auf 66 Prozent.
Die Schwellenländer trugen 2010 bereits 57 Prozent des EBIT (Gewinn vor Zinsen und Steuern) bei. Im Jahr 2010 konnte der Umsatz um 9,7 Prozent auf 16,13 Milliarden Euro gesteigert werden, während der Free-Cashflow um 14,5 Prozent auf 1,99 Milliarden Euro wuchs. Indessen lag das Netto-Gewinn-Wachstum (ohne Akquisitionen) bei 19,7 Prozent. Das wurde vor allem durch starke Zuwächse in Lateinamerika, Afrika/ Nahost und im asiatischen Raum erreicht. Zusätzlich verbesserten Rationalisierungsmaßnahmen die Erträge vor Steuern um 280 Millionen Euro. Das Verhältnis zwischen der Nettoverschuldung und des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) verbesserte sich von 2007 bis 2010 von 3,3 auf 2,2.
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Die weltgrößte Brauerei Anheuser Busch ist mit etwa 200 Marken wie Budweiser, Stella Artois, Beck’s, Leffe, Bud Light, Skol, Brahma etc. mit einem stagnierenden Massenbiermarkt in Nordamerika und Westeuropa konfrontiert.
Eine Stütze ist das kleinere Premiumsegment. Hier ist die Marke „Budweiser“ mit acht Prozent Marktanteil weltweit die Nummer drei, gefolgt von Stella Artois mit sieben Prozent. Laut Interbrand liegt der Markenwert von „Budweiser“ bei 12,25 Milliarden Dollar verglichen mit 3,52 Milliarden bei der Marke „Heineken“. Herzstück des Konzerns ist die brasilianisch-belgische Brauerei InBev. Anheuser-Busch wurde im Juli 2008 mit InBev zum weltweit größten Braukonzern verschmolzen (InBev erwarb Anheuser-Busch für 52 Milliarden Dollar).
Die Kernmarken von AB-InBev wuchsen im Jahr 2010 volumensmäßig um 4,8 Prozent, während der globale Biermarkt lediglich 1,4 Prozent zulegte. Der Umsatz wuchs 2010 organisch um 4,4 Prozent auf 36,76 Milliarden US-Dollar, das EBITDA konnte gegenüber 2009 um 14,5 Prozent auf 13,69 Milliarden US-Dollar gesteigert werden. Knapp 55 Prozent des Bierabsatzes fallen auf die Wachstumsmärkte Lateinamerika, Zentral- und Osteuropa sowie Asien/Pazifik, deren EBITDA-Beitrag bereits bei 46 Prozent liegt. Die ertragsstärkste Domäne des Konzerns bleiben die USA. Der Gewinn pro Aktie stieg 2010 um 27,8 Prozent, der operative Cashflow um 8,6 Prozent auf 9,9 Milliarden US-Dollar.
Fazit:
Obwohl es auf den ersten Blick so aussieht, als wäre Anheuser-Busch InBev als Weltmarktführer wachstumsstärker, darf dabei nicht vergessen werden, dass Heineken angesichts einer Steigerung des freien Cashflows (Free-Cashflow) um 11,5 Prozent p. a. seit 2006 über ein hohes Maß an Effizienz verfügt.
Artikel vom: 15.06.11







